Todesfall
Im Angesicht des Todes
Beistand in der Sterbestunde
Wenn ein Ihnen nahestehender Mensch schwer krank ist und abzusehen ist, dass sich sein Leben dem Ende zuneigt, oder wenn bereits ein Sterbefall eingetreten ist, wenden Sie sich bitte rechtzeitig an unseren Pfarrer.
Kath. Pfarramt St. Laurentius
Pfr. Georg Gierl
Rottenburger Straße 5
84098 Hohenthann
Tel. 08784/942222
E-Mail: pfarrer-gierl@pfarrei-hohenthann.de
Die Wegzehrung – Stärkung auf dem letzten Weg
Das eigentliche Sakrament in der Sterbestunde ist die Wegzehrung. Früher wurde hierfür häufig der Begriff „Versehgang“ verwendet. Der passende Zeitpunkt ist gekommen, wenn der Sterbende und seine Angehörigen wissen, dass mit dem Tod in den nächsten Tagen oder Stunden zu rechnen ist.
Die Wegzehrung umfasst:
- die Beichte (Versöhnung mit Gott),
- die Krankensalbung,
- den Empfang der Heiligen Kommunion.
Voraussetzung ist, dass der Sterbende bei Bewusstsein ist und seine Situation wahrnehmen kann.
Beichte – Versöhnung und Vergebung
Gerade in den letzten Stunden eines Menschen besteht oft das Bedürfnis, Unausgesprochenes und Belastendes loszulassen. Im Sakrament der Beichte schenkt Gott Versöhnung und die Gewissheit seiner Vergebung.
Krankensalbung – Nähe und Kraft Gottes
Die Krankensalbung ist ein Sakrament der Stärkung und des Trostes. Sie macht deutlich: Gott lässt den Kranken auf seinem Weg durch Krankheit und Tod nicht allein, sondern begleitet ihn mit seiner Liebe und Kraft.
Die Krankensalbung kann bereits bei schwerer Krankheit empfangen werden und ist nicht auf die letzten Lebensstunden beschränkt. Sie kann jedoch nur einem lebenden Menschen gespendet werden.
Heilige Kommunion – Christus begleitet den letzten Weg
Im Empfang der Heiligen Kommunion schenkt Christus dem Sterbenden Kraft und Zuversicht. Zugleich ist sie Zeichen der Hoffnung auf das ewige Leben und die Begegnung mit Gott.
Das Wichtigste ist, rechtzeitig Kontakt mit dem Pfarrer bzw. dem Pfarramt aufzunehmen.
Bitte melden Sie sich frühzeitig.
Wenn Sie für einen Sterbenden zu Hause die Wegzehrung wünschen, rufen Sie bitte möglichst frühzeitig im Pfarramt an. In Krankenhäusern übernehmen die zuständigen Seelsorger diesen Dienst.
Siehe auch Gotteslob Nr. 608.
Was mache ich bei einem Todesfall?
Abschied nehmen und Trauer gestalten
Zeit für einen würdevollen Abschied
Nehmen Sie sich Zeit. Nach dem Tod eines geliebten Menschen müssen nicht sofort alle Entscheidungen getroffen werden. Es besteht die Möglichkeit, den Verstorbenen bis zu 36 Stunden zu Hause aufzubewahren. Auch wenn der Tod im Krankenhaus eingetreten ist, kann der Leichnam auf Wunsch nach Hause überführt werden.
Der Verstorbene ist nicht mehr derselbe Mensch, den Sie kannten und liebten. Dennoch bleibt der Leib ein Zeichen seiner Persönlichkeit und seines gelebten Lebens. Viele Angehörige empfinden es als wertvoll, noch einmal Abschied zu nehmen: die Hand zu halten, den Verstorbenen zu berühren oder in stillem Gebet bei ihm zu verweilen.
Sie können ihm ein Kreuz mit Weihwasser auf die Stirn zeichnen und die Hände falten. Früher war es üblich, Verstorbene im Kreis der Familie ein letztes Mal zu waschen und würdig zu kleiden. Heute wird diese Aufgabe meist von Bestattungsunternehmen übernommen. Dennoch kann dieser letzte Dienst für Angehörige eine wichtige und heilsame Form des Abschiednehmens sein.
Gebet und Begleitung
Bitte informieren Sie den Pfarrer über den Sterbefall. Auf Wunsch kommt er zu Ihnen nach Hause und betet mit Ihnen die Sterbe- oder Abschiedsgebete.
Bis zu seinem Besuch können Sie bereits im Kreis der Familie eine Totenwache halten. Erinnern Sie sich gemeinsam an den Verstorbenen, erzählen Sie Geschichten aus seinem Leben, lesen Sie aus der Bibel und beten Sie miteinander. Kerzen und ein Kreuz schaffen einen würdigen Rahmen für diese Stunden des Abschieds.
Kath. Pfarramt St. Laurentius
Pfr. Georg Gierl
Rottenburger Straße 5
84098 Hohenthann
Tel. 08784/942222
E-Mail: pfarrer-gierl@pfarrei-hohenthann.de
Anschließend können die weiteren Schritte und die Gestaltung der Trauerfeierlichkeiten gemeinsam besprochen werden.
Der Weg von Tod und Abschied bis zur Beerdigung
Aussegnung
Die Aussegnung ist das Gebet der Kirche unmittelbar nach dem Tod eines Menschen. Sie wird heute meist vor der Abholung des Verstorbenen im Trauerhaus, in der Leichenhalle oder im Krankenhaus gefeiert. In dieser kurzen Feier wird der Verstorbene dem barmherzigen Schutz Gottes anvertraut.
Sterberosenkranz
Der Sterberosenkranz ist die heute noch lebendige Form der früheren Totenwache. Er wird meist nach der Aussegnung und gegebenenfalls an weiteren Tagen bis zur Beerdigung gebetet.
Das gemeinsame Gebet mit Familie, Freunden, Nachbarn und der Pfarrgemeinde trägt in den Tagen der Trauer. Besonders in den schmerzhaften Geheimnissen betrachten wir das Leiden und Sterben Jesu und vertrauen den Verstorbenen seiner Liebe an.
Requiem
Das Requiem ist die Heilige Messe für den Verstorbenen und bildet den geistlichen Höhepunkt des Abschieds.
In dieser Eucharistiefeier danken wir Gott für das Leben des Verstorbenen und empfehlen ihn seiner Barmherzigkeit. Zugleich feiern wir die Hoffnung auf die Auferstehung und das ewige Leben. Die brennende Osterkerze erinnert daran, dass Christus den Tod überwunden hat und uns das Leben verheißt.
In Absprache mit dem Pfarrer kann das Requiem persönlich gestaltet werden, etwa durch passende Texte, Musik, Bilder oder einen Lebenslauf des Verstorbenen. Dabei sollte stets der gottesdienstliche Charakter der Feier gewahrt bleiben.
Trauerfeier und Beisetzung
Die Beisetzung auf dem Friedhof ist mehr als eine Abschiedszeremonie. Hier wird der Verstorbene der Liebe Gottes anvertraut.
Die Zeichen dieser Feier sprechen eine tiefe Sprache:
- Weihwasser erinnert an die Taufe und die Verheißung des ewigen Lebens.
- Weihrauch ehrt den Verstorbenen als Tempel des Heiligen Geistes.
- Die Erde erinnert an die Vergänglichkeit unseres irdischen Lebens.
- Das Kreuz weist auf Tod und Auferstehung Jesu Christi hin und schenkt Hoffnung über den Tod hinaus.
Ein besonders bewegender Moment ist das Absenken des Sarges oder der Urne in das Grab. Auch wenn dieser Augenblick schmerzlich ist, macht er deutlich, dass der Abschied nun vollzogen wird. Zugleich vertrauen wir den Verstorbenen der Hoffnung an, dass Gott ihn in sein ewiges Leben aufnimmt.
Herr, gib ihm/ihr die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm/ihr. Lass ihn/sie ruhen in Frieden. Amen.